Wenn Nebel, Nieselregen und Kälte bis unter die Haut kriechen, beginnt für Arthrosekranke eine Leidenszeit: Die Gelenke werden unbeweglicher und schmerzen bei jeder Bewegung. Wärmeanwendungen bringen Erleichterung.
Etwa zehn Millionen Deutsche leiden unter Schmerzen in den Gelenken. Ursache ist meist eine Abnutzung des Gelenkknorpels, medizinisch als Arthrose bezeichnet. Nach dem 60. Lebensjahr ist mindestens jeder zweite vom Gelenkverschleiß betroffen. Beginnende Abnutzungserscheinungen vor allem in den stark belasteten Kniegelenken lassen sich oft sogar schon um das vierzigste Lebensjahr herum feststellen. Im Anfangsstadium treten jedoch noch keine Beschwerden auf, sondern die Schmerzen kommen erst mit zunehmender Abnutzung.
Oft verläuft eine Arthrose jahrelang symptomlos, bevor sie sich plötzlich durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bemerkbar macht. Typisch für die Beschwerden ist, dass sie sich bei nasskalter Witterung verschlechtern.
Die meisten Arthrosepatienten spüren deshalb durch Wärme Erleicherung, beispielsweise durch ein warmes Bad. Spezielle Badezusätze hält ihr Apotheker für Sie bereit. Beginnen Sie Ihr Bad bei einer Temperatur von 36 Grad Celsius und steigern Sie die Temperatur so lange, bis Sie das Badewasser richtiggehend als heiß empfinden. Anschließende Bettruhe ist empfehlenswert, damit das Bad besser wirken kann. Auch lokale Wärmeanwendungen werden durch ihre durchblutungsfördernde Wirkung meist als angenehm empfunden. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie sich für ein Heizkissen, warme Fangopackungen oder einfach nur eine Wärmflasche entscheiden.
Viele Arthrosepatienten empfinden es als angenehm, die schmerzenden Muskel- oder Gelenkpartien mit Mitteln einzureiben, die ätherische Öle enthalten und ein wohltuendes Wärmegefühl erzeugen.
Wie für alle chronischen Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats gilt auch für arthrotische Gelenkbeschwerden: Achten Sie auf Ihr Körpergewicht, denn jedes Kilo zuviel belastet auch die Gelenke. Wichtig ist auch, dass Sie in den schmerzfreien Phasen in Bewegung bleiben – allerdings ohne dabei Ihre Gelenke zu belasten. Geeignet sind vor allem Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren und "Nordic Walking". Wandern ist nur in flachem Gelände empfehlenswert – bergauf, bergab ist eine Strapaze für die Gelenke. Gleichzeitig trainieren Sie mit diesen Sportarten auch Herz und Kreislauf.
WARUM SCHMERZEN DIE GELENKE?
Gelenke ermöglichen unserem Körper die Bewegung durch die Verbindung einzelner Knochen. Damit die aneinanderstoßenden Knochen reibungsfrei gleiten können, sind die Enden mit Knorpel überzogen und von einer Kapsel umschlossen. Zwischen den beiden Knorpelflächen befindet sich zur "Schmierung" eine zähflüssige Gelenkflüssigkeit. Sie muss ständig erneuert werden. Verschiedene Faktoren wie Übergewicht oder Gelenkfehlstellungen überlasten das Gelenk und stören den Stoffwechsel, sodass sich die Zusammensetzung der Gelenkschmiere nachteilig verändert. So werden zum Beispiel die "schmierenden" Hauptbestandteile der Gelenkflüssigkeit in Menge und Qualität reduziert. Die Folge: Die glatte Knorpeloberfläche wird rau, winzige Knorpelstückchen splittern ab und – ähnlich wie Sand im Getriebe – verstärken absplitternde Knorpelteile die Abnutzung des Knorpels. Die Gelenkhaut reagiert darauf mit einer Entzündung und produziert noch weniger Gelenkflüssigkeit – das Gelenk schmerzt bei jeder Bewegung.
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