Das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, ließe sich drastisch senken, wenn die angebotenen Maßnahmen zur Früherkennung von mehr Menschen genutzt würden. Denn je eher diese bösartige Erkrankung erkannt wird, um so besser stehen die Chancen für eine Heilung.
Nur etwa zehn Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen nutzen die Möglichkeiten einer Darmkrebs-Früherkennung. Dabei lässt sich kaum eine andere Krebserkrankung so gut verhindern wie Darmkrebs, wenn die Vorstufen rechtzeitig erkannt werden. Doch obwohl dies viele Menschen wissen, rangiert Darmkrebs noch immer auf Platz zwei bzw. drei der Todesursachen durch bösartige Erkrankungen (nach Brust- und Gebärmutterhalskrebs bei Frauen und Lungenkrebs bei Männern).
Dabei sind seit 1990 die Darmkrebserkrankungs- und -sterblichkeitsraten gleichbleibend hoch: Statistiker errechneten, dass das Risiko, im Laufe des Lebens eine bösartige Geschwulst im Darm zu entwickeln, bei etwa sechs Prozent liegt. Konkret bedeutet dies: In Deuschland erkranken jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen an Darmkrebs und bei 30.000 von ihnen führt die Erkrankung schließlich zum Tode.
Bereits mit einem einmal jährlich durchgeführten Test auf Blut im Stuhl kann nach Aussage von Experten für Magen-Darm-Erkrankungen die Sterberate um fast ein Drittel (!) gesenkt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass im Anschluss an jedes positive Testergebnis – wenn also Blut im Stuhl nachgewiesen wurde – eine Darmspiegelung durchgeführt wird. Die Darmspiegelung (medizinisch: Koloskopie) gilt als das sicherste Verfahren, um Darmkrebs im Frühstadium zu erkennen. Gleichzeitig können Darmpolypen entfernt werden, die in etwa 80 Prozent als Vorstufe bösartiger Tumore auftreten. Durch dieses Vorgehen lässt sich das Darmkrebsrisiko in den folgenden fünf bis zehn Jahren um ca. 90 Prozent verringern!
Besteht ein erhöhtes Darmkrebsrisiko, zum Beispiel wenn bereits mehrere Familienmitglieder an Darmkrebs erkrankt sind, oder wenn sehr viele Polypen vorhanden sind, sollte grundsätzlich einmal jährlich der Darm gespiegelt werden.
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