Behandlung, die unter die Haut geht

Neben konservativen Methoden wie Antitranspirantien oder die Gleichstromanwendung zur Verminderung der Schweißdrüsenaktivität gilt als elegante Methode die Blockierung der Nervenleitung mittels Botulinuminjektionen unter die Haut, als erfolgversprechendste der operative Eingriff.

 

Antitranspirantien werden lokal aufgetragen, um die Drüsenausführungsgänge zu verschließen und somit die Schweißbildung zu unterdrücken. In der Apotheke kann man sich dafür eine höherprozentige (als normal angeboten) Aluminiumchloridlösung herstellen lassen. Weil die Substanz die Haut reizen kann, sollte als Hauptpflegemittel etwas Glyzerin zugegeben werden. Rezeptur (aus www.hyperhidrose.de): Aluminiumchlorid-Hexahydrat 20 % + Glyzerin 2 %  ad 100 mit 70-prozentigem Alkohol. Die Anwendung sollte konsequent über zwei Monate durchgeführt werden: abends vor dem Schlafen gehen dünn auftragen, am Morgen waschen/duschen und die Hautstellen mit einer Creme pflegen. Zwei Wochen täglich anwenden, dann auf zwei- bis dreimal pro Woche umstellen.

 

Bei der Iontophorese wird mittels Gleichstromanwendung die Schweißdrüsenaktivität vermindert. Betroffene Körperstellen werden in ein Bad getaucht und einem schwachen Strom ausgesetzt. Diese Anwendung setzt die Impulsabgabe der Nerven herab, die die Schweißdrüsen mit Signalen versorgen. Nach konsequenter Anwendung über mindestens zwei Monate kann sich ein Erfolg einstellen, in dem Fall übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Anschaffungskosten einer eigenen Ausrüstung für die Heimanwendung.

 

Gute Erfahrungen werden zur Zeit mit Einspritzungen des Botulinum-Giftes unter die Haut (subepidermale Botulinumtoxin-Injektionen) gemacht. Dabei wird die Nervenleitung zu den Schweißdrüsen der betroffenen Körperstelle blockiert. Die Wirkung ist allerdings zeitlich begrenzt auf 3 bis 9 Monate, auch können Nervenimpulse für Muskeln gestört werden, was sich in vorübergehenden Lähmungserscheinungen zeigt. Zudem ist diese Anwendung teuer und wird nicht von den Krankenkassen getragen.

 

Exzision der Schweißdrüsen in den Achselhöhlen kann bei Patienten mit axillärer Hyperhidrose durchgeführt werden, die nicht zufriedenstellend auf Lokalbehandlung ansprechen. Hier werden die Schweißdrüsen in der Achselhöhle chirurgisch entfernt.

 

Der sogenannte minimal-invasive Eingriff endoskopische transthorakale Sympathektomie wird bei Hyperhidrose an Händen und des Gesichts eingesetzt. Mit dieser endoskopischen Technik kann ein mit dem Eingriff vertrauter Chirurg das übermäßige Schwitzen in fast allen Fällen dauerhaft lindern. Der Chirurg erfasst mit dem speziell für diesen Eingriff entwickelten Instrument die Nervenganglien, die die Schweißdrüsen erregen, und zerstört diese mit Hilfe von Hochfrequenzstrom. [Ganglien, kleine Ansammlungen von Nervenzellen entlang der Wirbelsäule]

 

Rowena Grell

 

Weitere Informationen zum Thema Schwitzen erhalten Sie im Gesundheitsratgeber.



© 2010 by Medizinische Medien Informations GmbH
Am Forsthaus Gravenbruch 7, 63263 Neu-Isenburg, Tel.: 06102 502-0
www.meine-gesundheit.de