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Mehr als 20.000 Grippe-Tote in Deutschland (2012/2013)

Die Grippe ist alles andere als eine harmlose Erkältung. Für die Grippesaison 2012/2013 hat das Robert-Koch-Institut mindestens 20.000 Todesfälle durch Influenza errechnet. Doch die Zahl der Grippetoten könnte auch deutlich höher sein.

 

Todesfälle durch Grippe werden nicht komplett erfasst

Es ist nicht ganz einfach, die genaue Zahl der Grippetoten zu bestimmen. Denn Grippe als Todesursache wird nur in seltenen Fällen nicht erfasst. Zu vielfältig sind die mit Grippe möglicherweise in Verbindung stehenden Todesursachen. Nur ein Beispiel: Stirbt ein über 80 Jahre alter Menschen an einer Lungenentzündung, wird der Arzt diese als Todesursache festhalten. Auslöser der Lungenentzündung könnte aber sehr wohl eine Grippe gewesen sein.

 

Robert-Koch-Institut errechnet Zahl der Grippetoten

Das für Infektionskrankheiten zuständige Robert-Koch-Institut ermittelt die Zahl der Grippetoten daher aus Angaben des Statistischen Bundesamtes. Vereinfacht geschieht das so: Von der tatsächlichen Gesamtzahl der Todesfälle zieht man die Zahl der nach dem langfristigen statistischen Mittel erwartbaren Todesfälle ab. Dabei ergibt sich für viele Jahre in bestimmten Monaten, eben in den Zeiten der Grippewelle, eine Differenz. Diese Differenz wird als exzessive Mortalität bezeichnet.

 

2012/2013 eine der gefährlichesten Grippewellen

Der Winter 2012/2013 brachte eine der tödlichsten Grippewellen. Das RKI geht in seiner konservativen Berechnung von 20.600 Grippetoten aus. Nur die Grippewelle 1995/1996 kostete noch mehr Menschen das Leben (24.900). Nach einer weniger vorsichtigen Berechnungsmethode könnten die Zahlen noch deutlich höher liegen: bei 28.900 (für 2012/2013) und 29.900 (1995/1996).

 

Tabelle: Grippetote zwischen 1984 und 2013 (Quelle: Robert-Koch-Institut)

 

Nur die Impfung bietet Grippeschutz

Die Grippeschutzimpfung ist noch immer die einzige Möglichkeit, einer Grippeinfektion vorzubeugen. Das RKI empfiehlt die Schutzimpfung vor allem für Risikopatienten. Das sind nach Einschätzung der ständigen Impfkommissionen bei Grippe vor allem:

  • Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren
  • Schwangere
  • Chronisch Kranke (beispielsweise Atemwegskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Organleiden sowie bei gestörtem Immunsystem)
  • Personal in Gesundheitsberufen mit Kontakt zu Grippekranken.

Der beste Zeitpunkt für die Grippeschutzimpfung ist der Herbst. Aber auch im Winter kann die Impfung ihre Wirkung noch voll entfalten und vor einer möglicherweise tödlich endenden Grippe schützen.

Autor: Charly Kahle

Quelle: Epidemologisches Bulletin des Robert-Koch-Institutes: Aktualisierung der der Influenza zugeschriebenen Mortalität bis einschließlich der Saison 2012/2013