Zecken & Borreliose: Die unterschätzte Gefahr
(dgk) Borreliose ist laut Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Während einer bundesweiten Beratungswoche vom 24. bis 29. April 2006 wurde auf das Risiko durch Zeckenstiche und geeignete Schutzmaßnahmen hingewiesen.
Viele wissen zwar, dass Zecken Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen, unterschätzen aber das Risiko, sich mit Borrelien zu infizieren. Dabei kann etwa jede fünfte Zecke in Deutschland Borreliose übertragen. Borreliose kommt nicht nur in Endemiegebieten, sondern überall dort vor, wo es Zecken gibt - also in ganz Deutschland. Eine Infektion kann zu starken chronischen Gelenkbeschwerden und neurologischen Veränderungen führen. Während man sich gegen FSME impfen lassen kann, steht ein solcher Schutz gegen Borreliose nicht zur Verfügung. Einzige vorbeugende Maßnahme ist daher die Vermeidung von Zeckenstichen: Im Freien halten lange Kleidung und ein auf die Haut aufgetragenes Zeckenabwehrmittel Blutsauger vom Stechen ab. Unabhängig davon sollte man den Körper zuhause zusätzlich nach Zecken absuchen und diese gegebenenfalls so schnell wie möglich ohne Quetschen entfernen.
Zu Beginn der "Outdoorsaison" führt das DGK mit Unterstützung von Autan eine große Aufklärungskampagne unter dem Motto "Zecken & Borreliose - Die unterschätzte Gefahr" urch. Zahlreiche Apotheker im gesamten Bundesgebiet beteiligen sich an der Aktion. Weitere Informationen und Adressen der Aktionsapotheken erhalten Sie ab Mitte April unter www.dgk.de .
So beugen Sie Zeckenstichen wirksam vor
"Die Vermeidung von Zeckenstichen ist die einzige wirksame Vorbeugung vor der durch Zecken übertragenen Borreliose", erklärt Heike Stahlhut, Diplom-Biologin am Deutschen Grünen Kreuz e.V. Die Gesundheitsexpertin rät daher dringend, sich bei Aufenthalten im Freien vor Zeckenstichen zu schützen. Unerkannt und dann auch unbehandelt kann die durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung zu chronischen Gelenkbeschwerden und neurologischen Veränderungen führen.
Die fünf wichtigsten Experten-Tipps sind:
- Meiden Sie im Freiland Stellen, an denen sich Zecken besonders wohl fühlen
Zecken halten sich in der Vegetation bis maximal 1,5 Meter Höhe auf. Sie benötigen mindestens 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Daher sind sie in der Krautschicht des Waldes oder in Gewässernähe besonders häufig zu finden. Achten Sie darauf, dass Sie beispielsweise beim Joggen oder Wandern nicht an hohen Gräsern oder Kräutern vorbeistreifen.
- Tragen Sie lange Kleidung
Zecken wird dadurch das Auffinden einer geeigneten Stichstelle zumindest erschwert. Bevorzugen Sie geschlossene Schuhe. Stecken Sie die Hose zudem in die Strümpfe. Auch das erschwert den Parasiten den Zugang zur nackten Haut.
- Tragen Sie ein Zeckenschutzmittel auf
Kleidung allein hält die Parasiten nicht sicher ab. Denn auf der Suche nach einer geeigneten Stichstelle krabbeln die Plagegeister oft stundenlang umher - und geraten so auch unter die Kleidung. Daher sollten zumindest Arme und Beine zusätzlich mit einem wirksamen Zeckenschutzmittel eingerieben werden, auch unter den Kleidern. Als zuverlässiger Wirkstoff, Zecken die Lust auf ihren Lebenssaft zu verderben, hat sich Icaridin erwiesen, der beispielsweise in Autan enthalten ist.
- Suchen Sie nach Aufenthalt im Freien den Körper nach Zecken ab
Vergessen Sie dabei nicht den Kopf, die Ohren und den Rücken. Noch nicht festgesogene Zecken abnehmen und töten. Zudem sollten Sie die Kleidung sorgfältig ausschütteln oder in den Wäschetrockner stecken. In der Kleidung versteckte Zecken werden durch trockene Hitze abgetötet.
- Entfernen Sie festgesogene Zecken ohne Quetschen
Festgesogene Zecken müssen richtig und möglichst schnell entfernt werden. Denn je länger die Zecke saugt, desto höher ist das Risiko, an einer Borreliose zu erkranken.
Beim Herausziehen muss ein Quetschen auf jeden Fall verhindert werden. Borrelien reichern sich im Darm der Zecke an. Werden die Tiere beim Entfernen gequetscht, wird der Darminhalt samt Bakterien in den Stichkanal injiziert. Zeckenzangen sind oftmals zu grob. Besser geeignet sind feine Pinzetten oder Zeckenschlingen aus der Apotheke.
Lesen Sie auch:
Zecken lauern auch im Garten
Borreliose - noch keine Imfpung möglich
Ursache, Symptome und Vorbeugung bei FSME
Möchten Sie wissen, ob es für
Ihre Einphasen-Pille eine preislich
günstigere Alternative gibt?