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WENN NACHTS DER ATEM STOCKT

Ein gesunder Schlaf ist Gold wert, sagt der Volksmund, und er hat recht. Der Mensch verbringt etwa ein Drittel seines Lebens im Schlaf, und ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus wirkt sich positiv auf unsere körperliche und geistige Fitness aus. Umso bedenklicher klingen die folgenden Zahlen: Fast jeder zweite Erwachsene klagt über Schlafstörungen, immer mehr fühlen sich deshalb tagsüber müde und abgeschlagen. Jüngere Menschen sind häufiger betroffen als mittlere Altersgruppen, ab dem 65. Lebensjahr verstärken sich dann die Schlafprobleme und die Tagesmüdigkeit wieder deutlich. Wer in einer Stadt lebt, neigt eher zu Schlafstörungen als jemand, der in einer ländlichen Region wohnt.

 

Mit mehr als zwei Millionen Betroffenen ist die obstruktive Schlafapnoe eine der wichtigsten und gefährlichsten Schlafstörungen. Meist tritt die Erkrankung erstmals zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf, Männer trifft es acht Mal häufiger als Frauen, wobei sich die Verhältnisse nach den Wechseljahren wieder annähern. Übergewicht ist sicherlich ebenfalls ein nicht unerheblicher Faktor, wie man inzwischen weiß. So zeigte eine Studie, dass eine Gewichtszunahme um 10 Prozent das Risiko versechsfachte, eine Schlafapnoe zu entwickeln.

 

Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es während des Schlafs zu Atemstillständen, die im Extremfall bis zu mehreren Minuten dauern können. Verursacht werden die Atemaussetzer dadurch, dass die Muskulatur, die normalerweise die Atemwege offen hält, im Schlaf zu sehr erschlafft. Die Zunge fällt nach hinten und verschließt den Schlund.

 

Wer nicht atmet, bekommt auch keine Luft. Das Gehirn wird schlechter mit Sauerstoff versorgt und versucht deshalb, die Atmung über eine Aktivierung des Zwerchfells wieder in Gang zu bringen. Doch bei einem blockierten Schlund verschlimmert das die Lage nur noch. In letzter Not startet das Gehirn dann eine Alarmreaktion, Stresshormone werden ausgeschüttet und die Atmung setzt mit einem explosionsartigen Schnarchen wieder ein. Obwohl sich solche Atemstillstände mehrmals pro Stunde wiederholen können, merkt der Betroffene zunächst meist nichts von der enormen Belastung durch die drohende Erstickung.

 

Ruhig und erholsam ist solch ein Schlaf nicht. Die Folgen zeigen sich am nächsten Tag. Das körperliche und geistige Leistungsvermögen ist deutlich herabgesetzt. Man fühlt sich wie gerädert, ist chronisch müde und nickt bei jeder Gelegenheit leicht ein. Das Stichwort lautet hier Sekundenschlaf, durch den das Unfallrisiko am Arbeitsplatz oder auch im Haushalt erheblich ansteigt. Auf Dauer kann sich zudem ein Bluthochdruck einstellen oder verschlimmern.

 

Eine medikamentöse Therapie der Schlafapnoe selbst gibt es leider noch nicht. Wirkungsvoll behandelt werden kann lediglich die Tagesmüdigkeit, wenn diese durch andere therapeutische Maßnahmen nicht in den Griff zu bekommen ist. Der Wirkstoff Modafinil steigert dabei die Wachheit (Vigilanz) und reduziert die Häufigkeit und Schwere von gefährlichen Schlafanfällen am Tage. Die Patienten fühlen sich deutlich wohler, die Schlafapnoe selbst kann das Medikament aber nicht lindern.

 

Um das Problem Schlafapnoe in den Griff zu bekommen, kann man zunächst selbst einige Maßnahmen treffen. So sollte man versuchen, ein vorhandenes Übergewicht zu verringern. Alkohol, Koffein und Nikotin sollte man ebenso meiden wie Medikamente, die die Atmung verschlechtern (z. B. Beruhigungs- und Schlafmittel). Als hilfreich hat es sich außerdem erwiesen, die Schlafhaltung zu korrigieren. In der Rückenlage fällt die Zunge leichter zurück als in der Seitenlage. Ein Rucksack, gefüllt mit einem Kissen, kann hier gute Dienste leisten oder auch ein in den Schlafanzug eingenähter Tennisball.

 

Nachdem chirurgische Eingriffe am Kiefer oder im Mund sich als wenig sinnvoll erwiesen haben, ist die erfolgreichste Methode gegen obstruktive Schlafapnoe der Einsatz von nasalen Überdruck-Geräten. Diese Geräte sollen durch einen konstanten Luftdruck die Atemwege offen halten. Die Luft wird dabei über einen Schlauch zu einer Nasenmaske geführt, die der Betroffene beim Schlafen trägt. Der Luftdruck muss individuell eingestellt werden. Am besten erfolgt dies in einem Schlaflabor nach einer ausführlichen Untersuchung und Diagnose. Auch wenn das zunächst umständlich erscheint, so ist es für Menschen mit obstruktiver Schlafapnoe doch derzeit die einzige Chance, den Organismus zu entlasten und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen.

 

Quelle: www.dkg.de

 

 

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Testen Sie sich:

- Ein einfacher Test zur Bestimmung der Tagesschläfrigkeit.

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