Lungenkrebs: Wachstumshemmer Erlotinib nach der ersten Chemotherapie

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 47.000 Menschen neu an Lungenkrebs. Der Frauenanteil (derzeit ca. 31%) ist stetig steigend. Anders als bei Brust- und Darmkrebs gibt es bei Lungenkrebs keine geeigneten Früherkennungsuntersuchungen. Da die Lunge keine Schmerzrezeptoren besitzt, werden kleinere Tumore meist nur zufällig entdeckt. Oftmals wird eine bereits fortgeschrittene Erkrankung erst durch Symptome wie Husten mit teilweise blutigem Auswurf, Atemnot, Brustschmerzen oder Gewichtsverlust festgestellt. Die Diagnose trifft die Betroffenen meist völlig unvorbereitet und löst erstmal einen großen Schock aus. Nur ca. 30 Prozent der diagnostizierten Patienten befinden sich noch in einem frühen Stadium, das für eine Operation überhaupt geeignet wäre.

Seit dem 27. April 2010 ist der Wachstumshemmer Erlotinib nun auch zur sogenannten "Erhaltungstherapie" beim fortgeschrittenen Lungenkrebs zugelassen. Patienten, bei denen der Krankheitszustand nach der ersten Chemotherapie unverändert ist, d.h. der Tumor weder kleiner noch größer wurde, können den Wachstumshemmer sofort direkt im Anschluss an die Chemotherapie erhalten. Dadurch verlieren die Erkrankten keine Zeit mehr durch eine Therapiepause, die zuvor oft schon wegen starken Nebenwirkungen aufgrund der Chemotherapie notwendig war. Da Erlotinib bereits seit fünf Jahren als Zweitlinientherapie eingesetzt wird, ist bekannt, dass im Gegensatz zur Chemotherapie die Behandlung in der Regel gut verträglich ist. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall und Hautausschlag. Patienten stellen vor allen Dingen Hautprobleme fest (Hautausschläge und juckende Ekzeme), denen aber mit Hautpflege entgegengesteuert werden kann. Ein großer Vorteil dieser Therapie ist, dass die Einnahme in Tablettenform erfolgt und zur Behandlung kein Krankenhausaufenthalt notwendig ist. Damit können die Erkrankten ihr Leben flexibel und unabhängig von der Therapie gestalte