Haut nah: Wenn die Haut zum Hauptproblem wird

Treffen wir auf einen Menschen mit unebener Haut, fragen wir uns oft als erstes: Tut das weh? Ist das ansteckend? Mangelt es an Reinlichkeit? Ist der krank? Wir fühlen uns unangenehm berührt. Angst oder Unwissenheit schlagen uns vielleicht sogar in die Flucht. Was wir nicht bedenken ist, wir wenden uns von einem Menschen ab, der sich nun noch mehr abgelehnt fühlt. Mit einer Hauterkrankung zu leben, heißt für viele Betroffene Einsamkeit. Hier kann Aufklärung helfen, denn die wenigsten Hauterkrankungen sind ansteckend und bedeuten für Gesunde keine Gefahr. Ein Mensch mit Schuppenflechte z. B. hat vielleicht unansehnliche krustige Hautstellen auf den Händen oder gar im Gesicht, jedoch ist das für gesunde Menschen nur ein optisches Problem. Die meisten Hauterkrankungen, wie Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis haben ihre Ursachen in inneren gestörten Prozessen, die Veranlagung dazu ist allerdings vererbbar.



Hauterkrankungen und Partnerschaft

Wenn die Hauterkrankung ausbricht, belastet das oft die Partnerschaft. Da nimmt der intensive Körperkontakt ab oder ein Schwimmbadbesuch wird nicht mehr gemeinsam wahrgenommen. Oftmals sind Missverständnisse und Fehlinformationen verantwortlich für Ablehnung und Scham. In vielen Fällen entstehen neue Situationen: langwierige therapeutische Maßnahmen müssen bei der Planung gemeinsamer Aktivitäten berücksichtigt oder die Rollenverteilung muss neu gestaltet werden, wenn der Erkrankte nicht mehr seinen Beruf ausüben kann. Das gemeinsame Leben verändert sich. Wenn die Belastungen die Beziehung ernsthaft gefährden, kann professionelle Beratung helfen, wie bei einer Partnerschafts- oder Familientherapie. Ansprechpartner können Sie bei einer Selbsthilfegruppe oder von Ihrem Arzt erfahren.



Hauterkrankungen und Sexualität


Wenn das Sinnesorgan für Zärtlichkeiten entstellt ist, wie bei Schuppenflechte oder Neurodermitis, kann sich der Wunsch nach Sexualität reduzieren - auf beiden Seiten. Abwehrreaktionen und Schamgefühle treffen aufeinander - statt zwei Menschen, die sich lieben. Zu einer befriedigenden Sexualität können sie dennoch kommen, wenn sie offen miteinander ihre Vorbehalte ansprechen. Sie können Zärtlichkeit und Lust auf eine neue Weise entdecken.



Das Portal www.informationszentrale-haut.de gibt folgende Empfehlungen:


Die oder der Hautkranke
  • Geben Sie dem Partner deutlich zu verstehen, wenn Ihnen während eines akuten Schubes der Sinn nicht nach Zärtlichkeiten steht - und nennen Sie auch den Grund.
  • Versuchen Sie, auch Ihren positiven Gefühlen freien Lauf zu lassen, und genießen Sie die beschwerdefreien Intervalle "nach Herzenslust".
  • Wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Partner würde sich aufgrund der Hauterscheinungen von Ihnen fern halten, ist dies nicht unbedingt ein Zeichen der Ablehnung. Es kann sein, dass es aus Rücksichtnahme geschieht.


Die oder der Hautgesunde
  • Zärtlichkeit kann auf vielerlei Weise vermittelt werden, sei es durch ein liebes Wort oder die Beteiligung an der Hautpflege - aber akzeptieren Sie die Grenzen, die der Partner Ihnen aufzeigt.
  • überfordern Sie den Partner auch zwischen den Schüben nicht - aber machen Sie in einem ruhigen Gespräch auch auf Ihre eigenen Bedürfnisse aufmerksam.
  • Sollten Sie Enttäuschung bei Ihrem Partner bemerken, können kleine Aufmerksamkeiten oder gemeinsame Unternehmungen zeigen, dass Sie ihn in allen Phasen der Krankheit gern haben – unabhängig von einem intensiven Körperkontakt.


Informationen und Anregungen zum Thema "Leben mit einer Hauterkrankung" können Sie in unserem Gesundheitsratgeber Psoriasis erhalten. Auf unserer Seite Selbsthilfegruppen finden Sie weitere Ansprechpartner.



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